Region »  Oberlandkanal


Oberlandkanal - information

Region: Oberlandkanal
Länge der strecke: 153 km.
Ideal für: 7  tage.
Schlösser: 3  stück.
Anzahl Zugbrücke: 2  stück.
Rampen: 0  stück.

Oberlandkanal ist ein unikales und weltberühmtes Wassersystem, welches ein paar Seen mit Frischem Haff (polnisch Zalew Wiślany) miteinander verbindet. Der außergewöhnliche Oberlandkanal hat fünf Rollbergen, welche ermöglichen die Differenz von 100 Metern des Wasserspiegels zurückzulegen. Dieses System verbindet den Drausensee (polnisch Jezioro Drużno) mit der Drewenz (polnisch Drwęca) und mit dem Geserich See (polnisch Jezioro Jeziorak). Das Wassersystem führt aus dem Drausensee, durch den Fluss Elbing mit Frischem Haff und über den Jagiellonen Kanal, die Nogat und die Weichsel zur Ostsee, oder über den internationalen Wasserweg E70 weiter nach Antwerpen oder nach Amsterdam. Die Kilometerleistung des Wasserweges ist von Liebemühl (polnisch Miłomłyn) zum Drausensee, nach Altfinken (polnisch Stare Jabłonki), zum Saalfeld (polnisch Zalewo) und nach Deutschem Eylau (polnisch Iława) gemessen. Die Gesamtlänge von dem Oberlandkanal, der den Schilling See (polnisch Jezioro Szeląg) und den Drausensee verbindet, beträgt ca. 83 Km, wobei ca. 44 Km die künstlichen Kanäle sind und 39 Km die Seen bilden. Zusammen mit den Mündungen beträgt die Gesamtlänge der Mündung vom Frischen Haff ca. 152 Km. Der Wasserweg des Oberlandkanals führt durch zwei Gebiete: durch Marschland der Weichsel (polnisch Żuławy Wiślane) und durch die Deutsch Eylauer Seenplatte (polnisch Pojezierze Iławskie).       

Ein Teil des Wasserweges von der Schleuse Liebemühl bis zum Drewenz See (polnisch Jezioro Drwęckie) hat ursprünglich den Namen Ermland Kanal (polnisch Kanał Warmiński) getragen (der aktuelle Namen ist Oberlandkanal). Wiederum heißt die Mündung von 14,5 Km von Liebemühl zum Geserich See der Deutsch Eylau Kanal (polnisch Kanał Iławski). Der Dutzkanal (polnisch Kanał Ducki) verbindet den Röthloff See (polnisch Jezioro Ruda Woda) mit dem Bärting See (polnisch Jezioro Bartężek).


Schon seit dem Mittelalter hat die Idee die Einwohner dieses Gebietes begleitet, so einen Kanal zu bauen um den Weg nach Ostsee-Hafen zu kürzen. Durch die Beförderung der Waren, vor allem Holz über den Wasserweg direkt nach der Küste konnte man Zeit sparen und auch die Transportkosten konnten reduziert werden. Der erste Schritt in dieser Richtung wurde schon im 14. Jh. unternommen, wann der Weisdorf Kanal (polnisch Kanał Dobrzycki) entstanden ist. Dieser Kanal hat den Ewing See (polnisch Jezioro Ewingi) mit dem Geserich See verbunden. Die Idee den Weisdorf Kanal bis zur Ostsee zu verlängern war mehrmals besprochen, aber immer sind zwei Gründe dieser Idee entgegengestanden: finanziellen und technischen (wie man den Höhenunterschied von 100 Metern des Wasserspiegels überwinden kann). Erst im 19. Jh. ist es gelungen diese Idee zu realisieren. Im Jahr 1825 haben die Abgeordneten aus Elbing während der Sitzung des Preußischen Parlaments diese Idee einer Wasserkommunikation dargestellt. Letztendlich wurde die Entscheidung über den Bau des Oberlandkanals im Jahr 1937 auf dem Königshof von Ostpreußen, Friedrich Wilhelm III getroffen. Der teure Bau war aus den ökonomischen Gründen für den ganzen Staat sehr wichtig. Mit dem Bau wurde im Jahr 1837 Ingenieur Georg Jacob Steenke beauftragt. Zusammen mit ihm haben viele hervorragenden Fachmänner gearbeitet, wie Carl Lanze, einer der Mitbegründer des Suezkanals. Die Architekten haben sich mit dem Entwurf 7 Jahre lang abgemüht. In dieser Zeit haben die einige Reisen u.a. nach Kanada, Belgien und nach Niederlanden unternommen um sich mit dortiger Bauweise von ähnlichen Baulösungen vertraut zu machen. Das Problem bestand darin die Differenz von 100 Metern des Wasserspiegels auf der Strecke von 10 Km zwischen dem Drausensee und dem Pinnower See (polnisch Jezioro Pniewo) zu beseitigen. Um diese Differenz auszugleichen hat Steenke den Bau von 32 Schleusen eingeplant. Mit den ersten Bauarbeiten hat man im Jahr 1844 angefangen. Einige Jahre später, wenn auf dieser Stecke die ersten Schleusen standen, ist Steenke nach den USA, nach New Jersey gereist um sich mit den Baulösungen beim Bau von Morisskanal vertraut zu machen. Der amerikanische Bau hat Steenke zur Einführung einer hervorragenden Lösung angeregt - dort, wo die Schleusen waren, hat er die Rollbergen eingeführt. Jeder Rollberg ist mit einer Standseilbahn ausgerüstet, welche die Schiffe mit Hilfe von Schienenwagen zum nächsten Kanalabschnitt befördert. Die Standseilbahnen sind jeweils mit einem Maschinenhaus ausgerüstet, in dem Seiltrommel steht. Der Antrieb der Seiltrommel erfolgt über ein Untersetzungsgetriebe durch ein unterschlächtiges Wasserrad.

Nach dem Heimkehr hat Ingenieur ein Modell der Rollberg bearbeitet und hat es in der Praxis angewendet. So sind die Einrichtungen in solchen Städten wie Buchwalde (polnisch Buczyniec), Kanthen (polnisch Kąty), Hirschfeld (polnisch Jelenie) und Schönfeld (polnisch Oleśnica) entstanden. Deren Bau wurde im Jahr 1860 beendet. Das erste Schiff ist über den Kanal am 31. August 1860 auf der Strecke Osterode (polnisch Ostróda) – Liebemühl gefahren. Die Bauarbeiten sind weiter gedauert und offiziell wurde der Kanal der Schifffahrt im Frühling 1862 übergegeben. In den Jahren 1872 - 1876 hat man auf der Strecke Osterode – Liebemühl drei Schleusen gebaut: Liebemühle, Zielona und Mała Ruś.

Der später und letzte erbaute Rollberg Kussfeld (polnisch Całuny Nowe) ist in den Jahren 1874 – 1881 am Ort der damaligen Kammerschleusen entstanden. Dieser Rollberg verfügt über einen anderen, und zwar elektrischen Antrieb, dessen Energie von einer Wasserturbine geliefert wird. Das ganze komplizierte System des Oberlandkanals funktioniert nur dank  der Naturgewalten und nutzt den Höhenunterschied des Wasserspiegels zwischen nächsten Strecken.  

Parallel zum Bau des Oberlandkanals hat die Entwicklung der Eisenbahn verursacht, dass der beendete Kanal seine ursprüngliche wirtschaftliche Rolle nicht hatte. Trotzdem sind in den 60-er Jahren des 19. Jhs. über diesen Wasserweg von 12 bis 20 Schiffe täglich gefahren. Mit der Zeit hat man schrittweise auf solche Beförderung der Masten verzichtet und in den 30-er Jahren des 20. Jhs. wurde der Wasserweg praktisch nur für touristische Ziele verwendet. Aktuell erlebt der Oberlandkanal seine Blütezeit der Popularität. Er wurde weltweit zu den interessantesten technischen Sehenswürdigkeiten. Die historischen hydrotechnischen Einrichtungen, wunderschöne Landschaften und Ortschaften mit historischen Objekten auf dem Wasserweg machen daraus eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit.