Frisches Haff »  Braunsberg

Braunsberg liegt etwa vier Meilen vor der Mündung des Flusses Pasłęka (deutsch Passarge) in das Frische Haff. Die Stadt ist am westlichen Rand der Równina Warmińska (deutsch die Ermlandebene) und der Wybrzeże Staropruskie (deutsch die Altpreußische Küste) gelegt.  Braunsberg ist die älteste Stadt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren und hat über 700-jährige Geschichte. Als Anfang dieser Stadt hält man das Jahr circa 1240, als die Kreuzritter am Ort der ehemaligen preußischen Burg Brusebergue eine Holzfestung erbaut haben. Daneben gab es eine von den Kaufmännern errichtete Marktsiedlung. Von 1250 bis zu 1340 war Braunsberg ein Sitz der ermländischen Bischöfe.

Im Jahr 1254 hat die Stadt die Stadtrechte nach Lübischem Recht als Braunsberg erhalten. Während des preußischen Aufstandes im Jahr 1260 wurde die Stadt bis auf die Grundmauern zerstört. Als der Aufstand im Jahr 1273 niedergeschlagen wurde hat man angefangen die Stadt wieder aufzubauen und im Jahr 1280 wurde das Bischofsschloss entstanden. Im Jahr 1342 wurde am rechten Ufer des Flusses Passarge eine Konkurrenzstadt entstanden – Nowe Miasto (deutsch Neustadt). Die Neustadt hat aber nie ein solches Entwicklungsniveau als die Altstadt erreicht. Nach der Ersten Teilung Polens im Jahr 1772 hat man die beiden administrativen Städten vereinigt. Im Mittelalter wurde Braunsberg zu Meeresstädten gezählt, für das Ermland was Braunsberg das Fenster zur Welt und hat beim ganzen ermländischen Außenhandel vermittelt. In der Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde Braunsberg an den bekannten Hafenstädteverbund – an den Hansebund – angeschlossen.Die Ritterkriege, eine langsame Verschlammung des Wasserweges und eine dynamische Entwicklung nach dem Jahr 1772 der Stadt Elbląg (deutsch Elbing) und Królewiec (deutsch Königsberg) haben sich zum völligen Verfall des Braunsberg-Hafens beigetragen.

Im Jahr 1772 infolge der Ersten Teilung Polens wurde Braunsberg von Ostpreußen annektiert. Im Jahr 1852 hat man in Preußen die erste Eisenbahnverbindung zwischen Braunsberg – Kwidzyn (deutsch Marienwerder) eröffnet. Im Jahr 1854 wurde eine Synagoge errichtet, die bis zum Jahr 1938 funktioniert hat.Am Ende des Zweiten Weltkrieges , am 20. März 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee erobert. Infolge der Kriegshandlungen wurde sie zu 85% zerstört, darunter das ganze historische Stadtviertel und die Fabriken. Braunsberg war meist zerstörte Stadt in Ermland, die Altstadt wurde schon nie wieder aufgebaut – Einwohner wurden nach Deutschland ausgesiedelt, nach dem Zweiten Krieg sind an ihrer Stelle die Umsiedler angekommen, man hat auch den Namen der Stadt von Braunberg auf Braniewo geändert.

Da Braunsberg in der Nähe von der Grenze mit der Russischen Föderation liegt, befindet sich hier ein Posten des Grenzschutzes, hier stationiert die 9. Brigade der Panzerkavallerie. Wenn man Braunsberg besucht, lohnt es sich den botanischen Garten und das Gestüt zu besichtigen. Nach dem Krieg sind einige historischen Baudenkmäler geblieben  – Bazylika Św. Katarzyny (deutsch die Katharinenkirche) aus dem 14. Jahrhundert, Kościół Św. Antoniego (deutsch die Antoniuskirche), die in Jahren 1830 – 1838 aus der Schule von Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde, Sanktuarium Św. Krzyża (deutsch das Sanktuarium des Heiligen Kreuzes),  ein Turm des ehemaligen Bischofsschlosses – einziger Überrest der Bischofsburg, die Überreste der städtischen Befestigungsanlagen.

Am Ufer des Flusses Passarge hat man neulich eine moderne Segelanlegestelle gebaut welche zum Teil an die Stadtgeschichte anknüpft. Man hat auch den Wasserweg vom Schlamm gereinigt und jetzt können Touristen problemlos mit ihren Jachten in diese interessante Ortschaft einlaufen. Von hier fährt in der Sommersaison ein Wasserbus nach Nowa Pasłęka (deutsch Neue Passarge) und nach Tolkmicko (deutsch Tolkemit).


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