Frisches Haff »  Frauenburg

Frauenburg ist eine schöne alte Stadt, die Hauptstadt der Landgemeinde und liegt im nordwestlichen Teil der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Landkreis Braniewo (deutsch Braunsberg).Frauenburg liegt am Frischen Haff auf dem Grenzland der Wysoczyzna Elbląska (deutsch die Elbinger Höhe) und Nizina Warmińska (deutsch die Ermlandebene) und ist circa 100 km von Gdańsk (deutsch Danzig) und Olsztyn (deutsch Alleinstein) entfernt.

Die Stadt wurde um das Jahr1277gegründet. Die archäologischen Forschungen haben nicht geklärt, ob das heutige Frauenburg an der Stelle einer alten Prußensiedlung gegründet wurde. Der Ort hat zunächst zu den ermländischen Bischöfen gehört, seit dem Jahr 1320zum Domkapitel. Damals wurde die Stadt Civitas Warmiensis (ermländische Stadt) genannt.Im Grunde genommen war es auch so, da Frauenburg die Hauptstadt von Ermland war. Das erste durch Dokumente belegte Datum der Verleihung von Stadtrechten ist das Jahr 1310.

 

Seit der Gründungszeit war das Leben der Stadtbewohner vor allem mit Fischerei und Landwirtschaft verbunden. Im Laufe der Zeit sind hier die Handwerkswerkstätte entstanden, die für Domherren und den Kirchendienst die Dienstleistungen erbracht haben. In Frauenburg gab es schon im Mittelalter die Zünfte der Schneider, Bäcker, Brauer und der Fischgilde. Nach mehrmaligen Zerstörungender Stadtbebauung während der schwedischen Kriegen hat in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts der Wirtschaftszusammenbruch angefangen. Ein gewisser Wirtschaftsaufschwung konnte man nach dem Jahr 1836 beobachten, als der Sitz von ermländischen Bischöfen hier verlegt wurde. Der Bau von der Eisenbahnlinie im Jahr 1899 hat die Entwicklung des Tourismus, die es am Ende des 19. Jahrhunderts gab, verursacht.Damals sind auch einige Hotels, Wirtshäuser und Gästehäuser entstanden. Der Zweite Weltkrieg hat die Stadt besonders schwer getroffen, die Stadt wurde zu 80% zerstört, wertvolle Baudenkmäler wurden gebrannt, wie auch sakrale Kunstwerke, Bibliothek, Archivdokumente und zahlreiche Andenken. Die Front hat die untere Terrasse durchzogen, deshalb hat der Katherdralhügel kleinere Verluste erlitten. Nach dem Kriegsende wurde Frauenburg der polnischen Verwaltung unterstellt. Die Stadt hat Stadtrechte erst im Jahr 1959 wiedererlangt.

Im Frauenburg befindet sich sehr viele sehenswerten Baudenkmäler.Die Stadt selbst ist als Juwel von Ermland und auch als Copernicus Burg genannt.Der große polnische Gelehrte hat hier 33 Jahren von seinem Leben verbracht, hier ist sein großes Werk „Über die Umschwünge der himmlischen Kreise“ (De revolutionibus orbium coelestium) entstanden.Dieses Werk hat die bisherige Betrachtungsweise des Universums geändert und hier auch wurde Nicolaus Copernicus begraben. Die echte Perle der Stadt Frauenburg ist der Bebauungskomplex auf demKathedralhügel, der zu den architektonischen Weltkulturdenkmälernzählt. Dazu gehören u.a. der mittelalterliche gotische Frauenburger Dom zum Heiligen Andreas und Himmelfahrt Maria,das ehemalige Bischofspalast, der Glockenturm auch als Wieża Radziejowskiego (deutsch Radziejowski-Turm) genannt, der Copernicus-Turm, Schutzmauer und die Wehrtürme. In Frauenburg lohnt es sich auch das Krankenhaus zum Heiligen Geist mit der Hospitalkapelle der Heiligen Anna zu besuchen, die am Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und in Jahren 1978 - 1989 renoviert wurde. In der Hospitalanlage gibt es heute das Museum für Geschichte der Medizin.Ein Wasserturm aus dem 15. Jahrhundert gehört zunächsten Besuchswertplätzen. Die dort installierten Anlagen haben das Wasser auf den Kathedralhügel geführt. Diese Anlage war damals eine von zwei solchen Wasserleitungen in Europa. Außerhalb der Stadt auf einer Geländeerhebung, die als Góra Żurawia (deutsch der Kranichberg) genannt wird, befindet sich das Astronomische Observatorium mit den zur Himmelbeobachtung dienenden Geräten. Eine der größten Attraktionen ist das Internationale Festival der Orgelmusik, das jedes Jahr in der Sommersaison stattfindet. Die nationalen und ausländischen Virtuosen führen jedes Jahr die Orgelkonzerte auf und diese finden jeden Sonntag vom Ende Juni bis Ende August statt.

In Frauenberg gibt es auch ein Jachthafen, wo die Touristen für eine längere Zeit anlegen können. Das ist auch ein See-Grenzübergang für Jachten, die weiter nach Kalingrad (deutsch Königsberg) fahren. 


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