Masuren »  Angerburg

Angerburg ist am weitesten nach Norden gelegene Stadt im Gebiet der Großen Masurischen Seenplatte. Sie befindet sich circa 3 Km von dem Mauersee und ist mit diesem See mit dem Fluss Angerapp verbunden. Die Einwohner der Stadt Królewiec (deutsch Königsberg) haben früher die Stadt Angerburg als „Brama do Mazur” (deutsch „Das Tor nach Masuren“) genannt, weil hier gerade die weit reichende Landschaft von masurischen Seen anfängt.

Die Geschichte dieser Stadt reicht bis ins 14. Jahrhundert. Im Jahr 1335 hat der Deutsche Orden an der Mündung des Flusses Angerapp nach Mauersee ein Schloss aus Holz gebaut. Im Jahr 1571 hat die Ansiedlung die Stadtrechte erhalten. Im Jahr 1656 wurde die Stadt bis auf die Grundmauer während der Tatareneinfällen zerstört. Dank der Entwicklung von Binnenschifffahrt und Eisenbahn kam im 19. Jahrhundert der Wirtschaftsaufschwung. Während des Ersten Weltkrieges  hat neben der Stadt die Frontlinie verlaufen. In der Zwischenkriegszeit wurde Angerburg zum allgemein bekannten Urlaubsort und zum Wassersportzentrum. Im Jahr 1945 wurde die Stadt polnischer Verwaltung gestellt. In der Folge vieler Brände während des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten von architektonischen Sehenswürdigkeiten vernichtet (80% der Stadtfläche wurde bei der Besetzung von den Russen zerstört). Mehrmals umgebautes Schloss erinnert nicht mehr an eine mittelalterliche Festung des Deutschen Ordens, sondern eher an ein Mietshaus. Heute sind im Schloss öffentliche Institutionen platziert. Den wertvollsten Denkmal in der Stadt ist die spätgotische Kirche St. Peter und Paul mit einem barocken Altar aus dem Jahre 1652, mit einer historischen Kanzel, die vom Anfang des 17. Jahrhunderts stammt und mit der ältesten erhaltenen Orgel in Masuren aus dem Jahre 1647. Wenn man schon Angerburg besucht, muss man Muzeum Kultury Ludowej (deutsch das Musem der Volkskultur) besichtigen, wo man die Exponate bewundern kann, die aus den Haushalten von Gebieten des damaligen Ostpreußens stammen, darunter Keramik, Malerei, Volkstrachten. Am Musem fungiert der Ethnografische Park, wo man traditionelle masurische Bauweise bewundern kann. In Angerburg lohnt es sich auch das Gebäude vom alten Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert besichtigen, wo sich aktuell eine Ausstellung befindet, welche die Geschichte der Eisenbahn darstellt. Wenn man von Angerburg die Straße nach Lötzen entlang geht, kommt man zu Fuß eine Stunde später nach Wzgórze Konopki (deutsch der Konopkaberg) an, wo sich der Ehrenfriedhof von russischen und deutschen Soldaten befindet, die während des Ersten Weltkrieges ums Leben gekommen sind. Von hier aus breitet sich eine herrliche Aussicht über den Jezioro Święcajty (deutsch der Schwenzait See) aus.

Nach Angerburg können die Wassersportler über den Kanał Węgorzewski (deutsch der Angerburg Kanal) und über den Fluss Węgorapa (deutsch der Angerapp) ankommen. Am Ort findet man ein paar Anlegestellen für Jachten mit voller Segelinfrastruktur,  eine am Ufer gelegene Tankstelle, zahlreiche Pubs und Tavernen.


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