Masuren »  Mauerwald

Die kleine Waldsiedlung im Gebiet der Masurischen Seenplatte liegt am Ufer des Mauersees, in der Nähe vom Kanał Mazurski (deutsch der Masurische Kanal) und ist circa 8 Km von Angerburg und 18 Km von Gierłoż (Wilczy Szaniec) (deutsch Görlitz – Wolfsschanze) entfernt. In Mauerwald befindet sich einer der best erhalteten und unbeschädigten Komplexen von deutschen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier gab es das Hauptquartier der Deutschen Landstreitkräften (OKH bedeutet Oberkommando des Heeres). In Jahren 1940 – 1944 wurden hier für die Wehrmacht-Offiziere circa 250 Objekte gebaut, indem über 30 Bunker aus Stahlbeton. In Jahren 1941-1944 war Mauerwald eine selbstständige „Stadt”, die durch ein technisiertes Wachtbataillon geschützt war. Das ganze Objekt war von allen Seiten mit Stacheldrahtverhau umstellt. Jede 300 Meter gab es Betonsäulen (noch bis heute erhalten) mit Telefonapparaten und mit Laternen, die das Gelände beleuchtet haben. Vier Wachstuben haben die Sicherheit bewacht, vor den Luftangriffen hat die Luftabwehr mit ihren Kanonen geschützt. Neben den Bunkern in der Quartier hat man Dutzende von Baracken gebaut, wo die Staboffiziere und Funktruppen gearbeitet haben, es gab dort auch Küchen, Offizierskasinos, Post, Kino, Wohnräume, Krankenhaus, Sauna und Pferdeställe. Je nach Art hatten die Bunker zwei oder fünf Räume und zwei oder vier von innen verriegelte Schießscharten. Die Bunker sind mit Lüftungsanlage ausgestattet, sind auch die Spuren nach Elektrik, Telefonanlage, Zentralheizung und Toiletten geblieben. Beide Eingänge aus Flur hatten gasdichte Panzertüren.  Das Maskieren von Außenwänden mit Hilfe von Meeresgras, das mit Beton verhärt war und mit einem speziellen Moos haben die Bunker vor der Aufdeckung ihrer Position so wirksam geschützt, dass sogar jetzt, nach 60 Jahren verschmelzen sich die Bunker mit dem Wald. Aktuell findet man in Mauerwald ein paar Gebäude, ein Lebensmittelgeschäft. In der Sommersaison befindet sich am Parkplätzen vor dem Bunkereingang eine Feldküche, wo man Grillgerichte oder in einem Militärkessel gekochte Suppen schmecken kann. In Mauerwald gibt es zwei Anlegestellen: eine am Waldbucht von der linken Seite, zweite einige Meter weiter direkt am Masurischen Kanal. Keine von diesen Anlagestellen besitzt eine Wasserentnahmestelle, Strom oder sanitäre Anlagen. Es gibt dort nur eine Latrine und Plätze für Lagerfeuer. Ein besseres Klima herrscht in Zakątek Leśny (deutsch die Waldecke), welche direkt an die Bunker grenzt. Für diese Personen, die bessere sanitäre Bedienungen brauchen empfehlen wir eine Anlegestelle, die sich weiter nach Norden des Mauersees befindet oder die Anlegestellen in Angerburg. In Mauerwald beginnt seinen Lauf der Masurische Kanal, der die Masurische Seenplatte mit der Ostsee verbinden sollte aber der Bau wurde nie bis zu Ende geführt. In Polen gibt es eine Strecke dieses Kanals, die 22 Km lang ist.  Hier hat man auch fünf Schleusen gebaut. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient sich die Schleuse Leśniewo Górne wegen ihrer riesigen Stahlbetonwände mit einem geschlagenen Platz für das Naziwahrzeichen. In der geraden Linie befindet sich die Schleuse Leśniewo Górne circa 1 Km von Mauerwald entfernt, und wenn man den Weg benutzt beträgt die Entfernung circa 1,5 Km. 


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