Masuren »  Rhein

Rhein ist eine kleine Ortschaft und liegt malerisch auf einer Landenge zwischen den zwei Seen: dem Jezioro Ryńskie (deutsch der Rheiner See) und dem Jezioro Ołów (deutsch der Ollofsee). Die Geschichte der Stadt stammt aus dem 13. Jahrhundert, als die Ordensritter die umliegenden Gebieten erobert haben. Die ersten Erwähnungen über ein Ordensschloss in Rhein stammen aus der Chronik von Wigand von Marburg aus dem Jahr 1377 – man nimmt dieses Datum als Beginn des Baus von dem Ordensschloss an.  Jedoch die archäologischen Arbeiten weisen darauf hin, dass das Schloss 100 Jahre früher entstehen könnte. Im Jahr 1393 wurde das Schloss in Rhein zum Sitz des Komturs. Zusammen mit der Ordensburg ist eine Siedlung entstanden, die den Ursprung für zukünftige Stadt gebildet hat. Ende des 15. Jahrhunderts hat diese Siedlung die Stadtrechte erhalten. Nach der Auflösung des Deutschen Ordens und nach der Entstehung des Herzogtum Preußens ist in der Stadt das Landratsamt des Herzogtum Preußens entstanden. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. hat diesem Ort im Jahr 1723 die Stadtrechte verliehen, was zur weiteren Entwicklung der beim Tatareneinfall geplünderten und niedergebrannten und von Großen Pest heimgesuchten Stadt anregen sollte. Den ankommenden hier Kolonisten hat man viele Sonderrechte angeboten. Den Kolonisten wurde kostenlos ein Grundstück zwecks Hausbau gewährt, wobei ein Drittel der Baukosten durch die Stadt gedeckt war, ein kostenloser Holzeinschlag war genehmigt usw. . Fast bis Ende des 18. Jahrhunderts war Rhein eine polnische Stadt. Im 19. Jahrhundert hat eine regelmäßige und entschiedene Germanisierungsaktion angefangen. Viele Kolonisten aus Deutschland sind an diesem Ort gezogen, dadurch waren die Ansiedlungsmöglichkeiten der Polen begrenzt und sogar auch verboten. In der Zwischenkriegszeit wurde Rhein als ein Kurort bekannt. In der Stadt gab es sechs Hotels, zahlreiche Nachtlokale, Tanzlokale, Bars, Badeanstalten und Saunas.  Nach Rhein konnte man mit den Dampfschiffen, Bussen oder mit der Schmalspurbahn ankommen.  Der Zweite Weltkrieg hat die weitere Entwicklung der Stadt unterbrochen. Im lokalen Schloss haben die Deutschen ein Gefängnis eingerichtet. Nach dem Krieg war das Schloss jahrelang ein Sitz des Stadtamtes und vieler polnischen Institutionen. Aktuell ist das Schloss in Rhein in Privathand, im wiederhergestellten Schloss befindet sich ein Hotel und das Schloss selbst ist das touristische Markenzeichen der Stadt. Wegen des Hotels kann man nur einen Teil des Schlosses besichtigen – den damaligen Rittersaal, den Schlosshof und den Weinkeller. Außerdem finden hier zahlreiche Veranstaltungen statt, mittelalterliche Ritterturniere und Festmähler. Eine andere Sehenswürdigkeit ist eine holländische Windmühle aus dem 19. Jahrhundert, die auf einem Hügel an der Hauptstraße Richtung Mrągowo (deutsch Sensburg) gelegen ist. Wenn man schon Rhein besucht, lohnt es sich die Galeria „Pod Imbrykiem” (deutsch die Galerie „Unter dem Wasserkessel“) besichtigen. Hier gibt es ein Museum, das die Exponate vor über 200 Jahren beherbergt, unter anderem Möbel, Küchengeräte und Alltagsgegenstände.

Den Wassersportlern stehen in Rhein viele privaten Anlegestellen zur Verfügung, zusammen mit der neulich eröffneten Ekomarina, die über volle sanitäre Einrichtungen verfügt. Am Ort gibt es natürlich viele Bars, Restaurants und Fischbratereien, wo hungrige Touristen immer etwas für sich finden. 


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